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Für das Gebiet der heutigen Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim ergeben sich hieraus für den Zeitraum von 1832-1882 ca. 17.200 Personen, deren Auswanderung, in der Regel durch Erteilung eines Konsenses, aktenkundig geworden ist. Die Zahl der Personen, die ohne behördliche Genehmigung ausgewandert sind, kann naturgemäß nicht exakt bestimmt werden; Hochrechnungen und Schätzungen gehen davon aus, dass sie annähernd der der legalen Emigranten entsprechen könnte.

Eine umfassende Darstellung der überseeischen Auswanderung aus der Region Emsland/Grafschaft Bentheim liegt bislang nicht vor, wenn auch Teilräume zum Teil intensiver erforscht wurden. Für die Grafschaft Bentheim bietet die 2002 erschienene Publikation eines Redaktionsteams um Gerrit Jan Beuker eine Zusammenstellung von etwa 4.000 US-Auswanderern. Auch die Mitteilungen der „Bentheimers International Society“, in Deutschland vertreten durch Gerrit Schippers, enthalten Berichte, Briefe und Listen von Auswanderern aus der Grafschaft, die vorrangig nach Michigan ausgewandert sind. Die bisherigen Publikationen belegen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Emigranten behördlicherseits nicht erfasst wurde.

Generell lässt sich feststellen, dass die Amerikaauswanderung im größeren Stile in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim zeitlich gesehen später beginnt als in anderen Teilen Deutschlands. Nicht unwesentlichen Anteil daran dürfte die Möglichkeit der saisonalen Arbeitswanderung in die nahen Niederlande gewesen sein, die sog. Hollandgängerei. Sie erreichte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert die stärkste Ausprägung und bot den zumeist männlichen, jungen Arbeitsmigranten einen guten Verdienst und nicht selten die dauerhafte Ansiedlung in den Niederlanden. Erst ab der Mitte der 1830er Jahre, mit dem Niedergang der Hollandgängerei, nahm auch hier die überseeische Auswanderung den Umfang eines Massenexodus an. Forschungen zeigen, dass unter den Emigranten fast alle Berufe vertreten waren, der Anteil der ländlichen Unterschicht, insbesondere der Heuerleute, jedoch mit etwa 25 % deutlich herausragt.


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