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Totenzettel enthalten in der Regel den Namen, das Geburts- und Sterbedatum, den Geburts- und Sterbeort des Verstorbenen; vermerkt sind häufig auch Hinweise auf den Beruf und den Lebenslauf, Angaben zur Familie und der Todesursache. Nach der Erfindung der Fotografie begegnet auch zunehmend eine Abbildung des Toten. Beigefügt ist den biographischen Daten des Verstorbenen die Bitte, für sein Seelenheil zu beten. In der Bitte um Gebete für den Verstorbenen zur Sicherung des Seelenheils lag ursprünglich die eigentliche Bedeutung der Totenzettel. Erst in zweiter Linie waren sie anfänglich als Gegenstand der Erinnerung gedacht.

Ausgehend von Belgien und den Niederlanden verbreitete sich die Sitte des Verteilens von Totenzetteln seit Beginn des 19. Jahrhunderts in fast alle katholischen Gebiete Europas und mit den Auswanderern in die USA und das frankophone Kanada. Von evangelischer Seite wurde der Brauch wegen der Aufforderung zum Fürbittgebet weitgehend abgelehnt.

Ein wesentlicher Anstoß zur allgemeinen Verbreitung der Totenzettel im katholischen Deutschland waren die Kriege von 1866, 1870/71 und den ersten Weltkrieg 1914/18. Viele junge Männer hatten damals fern der Heimat ihr Leben verloren, eine Überführung auf den heimatlichen Friedhof war jedoch nicht möglich. So blieb den Angehörigen zu Hause wenigstens der gedruckte Totenzettel - häufig mit einem Bild des Gefallenen versehen - als Gedenk- und Erinnerungsstück. Seit einigen Jahrzehnten überwiegt bei den Totenzetteln der Gedanke der Erinnerung an den Verstorbenen. Die Fürbitten fehlen meistens. Auch die biographischen Angaben sind heute oft nur dürftig.

Das wissenschaftliche Interesse an den Totenzetteln hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Sie finden besondere Aufmerksamkeit in der Volks- und Heimatkunde, der Frömmigkeitsgeschichte und der Genealogie.
Die Totenzettel können den Einstieg in die Familienforschung erleichtern, gleichzeitig können sie dem Genealogen wichtige Hinweise für weitere Forschungen geben. Sie unterliegen nicht dem Datenschutz, die darin enthaltenen Informationen sind allgemein verwendbar.
Totenzettel sind allerdings keine amtlichen Dokumente, sie können nicht als urkundliche Belege gewertet werden. Die in ihnen enthaltenen Angaben bedürfen gelegentlich der genaueren Überprüfung.

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